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Generative Fotocollage »Erfurt«

2012-05-17-erfurt-collage-2

Die­se Col­la­ge begann ich nach der Ent­wick­lung eines Algo­rith­mus, der eine gege­be­ne Recht­eck­flä­che anhand eines Steue­rungs­bil­des rekur­siv unter­teilt. Das Ver­fah­ren nann­te ich »bild­ba­sier­te rekur­si­ve Flä­chen­tei­lung« (s. u.). Das Steuerungs-Bild, mit wel­chem der Algo­rith­mus das Ras­ter gene­riert, ist hier das oben gezeig­te Schwarz-Weiss-Bild mit dem Schrift­zug »Erfurt«.
Den ein­zel­nen Ras­ter­flä­chen wur­den dann nach und nach mit einem eigens dafür ent­wi­ckel­ten Edi­tor mit ca. 1250 Auf­nah­men aus Erfurt und Umge­bung gefüllt. Dabei han­delt es sich um Ansich­ten, die es nicht mehr gibt, Details man­cher Gebäu­de, unge­wöhn­li­che Per­spek­ti­ven sowie eini­ge Ver­an­stal­tun­gen, die ich besuch­te. Allein des­halb zog sich das Fül­len des Ras­ters so lan­ge hin: Die Fotos muss­ten ja auch erst­mal ent­ste­hen. Die ältes­ten Bil­der von 2006 bele­gen dabei die größ­ten Flä­chen und ich arbei­te­te mich dann immer näher an den Schrift­zug »Erfurt« her­an — dort sind die jüngs­ten Fotos von 2011 und 2012 unter­ge­bracht.

Die Fer­tig­stel­lung erfolg­te des­halb 2012, weil ich im Rah­men der Fei­er­lich­kei­ten zum 15jährigen Bestehen des Ver­eins »ANNAKRAM e. V.« die Chan­ce bekam, mich damit an einer Aus­stel­lung im Rat­haus Erfurt zu betei­li­gen. Dafür ord­ne­te ich die letz­ten 300 Fotos in ver­blie­be­ne lee­re Ras­ter­flä­chen zu. End­spurt sozu­sa­gen. Um den Schrift­zug selbst her­vor­zu­he­ben, erstell­te ich aus dem Steue­rungs­bild (s. o.) eine leuch­tend grü­ne Ver­si­on und wies die­se allen Ras­ter­flä­chen der kleins­ten Stu­fe zu — das waren etwas mehr als 3000.

Version mit interaktivem Zoom

Durch Ankli­cken der vier Qua­dran­ten lässt sich die­se »durch­wan­dern« bzw. stu­fen­wei­se ver­grö­ßern. Die Bild­flä­chen der kleins­ten Stu­fe sind wie­der­um mit der Gesamt­an­sicht ver­linkt.

 

Bildbasierte rekursive Flächenteilung

Selbst ent­wi­ckel­tes Ver­fah­ren, um eine gege­be­ne Recht­eck­flä­che abhän­gig von einem Steue­rungs­bild (Lini­en­gra­fik) fort­lau­fend in klei­ne­re Recht­eck­flä­chen wei­ter zu unter­tei­len. Das ent­ste­hen­de Ras­ter nähert sich asym­pto­tisch dem Steue­rungs­bild.

Bild­ba­siert bedeu­tet, dass der Algo­rith­mus ein Bild ver­wen­det, um abhän­gig von des­sen Pixel­far­be Ent­schei­dun­gen zu tref­fen: Wei­ter unter­tei­len oder nicht.

rekur­siv bedeu­tet, dass die Auf­tei­lung nicht nur für die Aus­gangs­flä­che, son­dern auch für die ent­ste­hen­den Tei­le in glei­cher Wei­se erfolgt. Die Funk­ti­on, wel­che die Auf­tei­lung errech­net, ruft sich sozu­sa­gen selbst auf.

Flä­chen­tei­lung bedeu­tet, dass eine gege­be­ne Aus­gangs­flä­che in klei­ne­re Flä­chen ein­ge­teilt wird. Es ent­steht ein Ras­ter für Fotos unter­schied­li­cher Grö­ße: Je näher an der Linie, des­to klei­ner.

Die­sen Algo­rith­mus ent­wi­ckel­te ich Anfang 2007 aus der Idee her­aus, für eine Col­la­ge aus den sich bis­her ange­sam­mel­ten Erfurt-Fotos. Ich möch­te die Funk­ti­ons­wei­se anhand eines Bei­spiels erklä­ren.

Gege­ben ist

Das Steue­rungs­bild, was auf die Aus­gangs­flä­che deckungs­gleich pro­ji­ziert wird (also hier auf 900 x 600 mm), ent­schei­det, ob ein Qua­drant wei­ter unter­teilt wird oder nicht. Dar­aus erge­ben sich fol­gen­de Regeln für den Algo­rith­mus:

  1. Wenn wei­ße Pixel inner­halb der Aus­gangs­flä­che sind: Aus­gangs­flä­che in 4 Qua­dran­ten tei­len
  2. Wenn Rekur­si­ons­tie­fe noch nicht erreicht ist: Für jeden der 4 Qua­dran­ten: Aus­gangs­flä­che = Qua­drant und 1. jeweils aus­füh­ren.

Bild­lich sieht das etwa so aus:

Erfurt-Collage-Algorithmus-Schema

Wie Sie sehen kön­nen, wächst die Anzahl der Ras­ter­flä­chen sehr schnell mit stei­gen­der Rekur­si­ons­tie­fe an. Dar­aus erge­ben sich die vie­len mög­li­chen Flä­chen für Fotos.

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letzte Änderung: 17.05.2012, 15:44 Uhr

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