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»Deine Chance verstreicht vielleicht«

Wie bereits im Okto­ber ange­kün­digt, habe ich mich an der Aus­stel­lung zum FÖN-Kunstpreis #4 mit einem dyna­mi­sch beleuch­te­ten, spie­geln­den Objekt betei­ligt.

Das The­ma des Wett­be­werbs war »Aus dem Tage­buch der ver­pass­ten Chan­cen«. Nun, einen Preis habe ich damit nicht gewon­nen — es gab sehr vie­le ande­re gute Bei­trä­ge — aber einen Platz im Aus­stel­lungs­ka­ta­log und in der Erin­ne­rung so man­cher Besu­cher ist mir jedoch sicher;-)



Ver­pass­te Chan­cen wer­den erst im Nach­hin­ein als sol­che wahr­ge­nom­men — erst beim Bli­ck zurück. Doch ber­gen die­se auch den »Samen« für Neu­es: Eine Tür geht zu — eine wei­te­re (oder meh­re­re) dafür auf. Ich dach­te dar­über nach, wie ich den Anfang die­ser Kau­sal­ket­te dar­stel­len kann, also wann eine ver­pass­te Chan­ce für jeman­den zu einer sol­chen wird und was dar­aus Neu­es ent­steht.
Kern­stück des Objek­tes sind zwei Spie­gel, die im rech­ten Win­kel zuein­an­der ange­ord­net sind und dem Betrach­ter erlaubt, sich selbst sei­ten­rich­tig gegen­über­zu­ste­hen: Ein Dia­log mit sich selbst. Die Worte »Dei­ne« und »Chan­ce« sind fest ver­bun­den mit des­sen Spie­gel­bild und erst in ihm les­bar. Unten blickt das Objekt selbst mit einem eige­nen Gesicht zurück und ver­folgt den Betrach­ter dies­seits und jen­seits der Spie­ge­le­be­nen mit den Augen — »ver­streicht« steht dar­über. Mit »ver­streicht« mei­ne ich die Dyna­mik der Zeit — Ange­fan­gen mit dem Moment des Betrach­tens, der Selbst­re­fle­xi­on bis hin zu dem Punkt, wo man plötz­li­ch alles in einem neu­en Licht sieht — um dar­aus wie­der Hoff­nung und Kraft schöp­fen zu kön­nen. Und die­ses »neue Licht« in Form sich stets ver­än­dern­der Far­ben und Schat­ten fällt hier auf das etwas außer­halb ange­brach­te Wort »viel­leicht«.

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letzte Änderung: 14.11.2015, 19:15 Uhr

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