Stop-Motion-Puppe ‘Sensenmann’

  • Beitrags-Kategorie:Vita
  • Beitrags-Kommentare:0 Kommentare
IMG_1931

An dieser Stop-Motion-Puppe habe ich den Schädel aus Draht mit beweglichem Kiefer und LED-Augen sowie den Arm mit beweglichen Fingern gebaut. Sie kam für ein Musikvideo der Band “Don Plus Ultra” zum Einsatz.

Einst am Erfurter Gewerkschaftshaus lernte ich Simon Malinowsky nach einem Konzert kennen, kreatives Mind der Erfurter Band “DonPlusUltra”. Er erzählte mir von einem Stop-Motion-Film-Projekt an dem er zur Zeit mit Freunden arbeitete. In dem Video gehts um einen Professor, der den Pizzaboten mit Hilfe seiner verrückten Maschine in ein Knete-Männchen verwandelt, das mit zwei anderen bereits Verwandelten eine schräge, verrückte Geisterbahn durchqueren, um letztendlich sich selbst wieder zu finden. Die Arbeit an dem Film sollte noch anderthalb Jahre dauern. Er fragte mich, ob ich einen “Tod” für die Geisterbahn bauen könnte. Der Gedanke, an einem so verrückten wie inspirierenden Projekt mitzuwirken hat mich gleich sehr gereizt und so entschloss ich mich alsbald, damit anzufangen. Das war Ende Juni.

Zuerst entstand der Schädel aus verschieden dickem Draht, der gelötet und mit Gaffa umwickelt als Schädel schnell Form annahm – obwohl ich vorher noch nie sowas gebaut habe. Meiner Vorstellung nach sollte der Schädel einen beweglichen Unterkiefer sowie leuchtende, rote LED-Augen haben. Die Fassungen der LEDs waren früher mal Teelichtbehälter – und bestimmten quasi die Augengröße und damit die Form der Stirnpartie. Nachdem die LEDs eingesetzt und  mit den Widerständen und der Zuleitung verlötet wurden, kam über alles eine Haut aus Gipsbinden.

IMG_1741

Anfang September 2011 habe ich mit Simon zusammen in seiner Wohnung den Körper und auch eine Sense gebaut, der im Wesentlichen aus Holz, Draht, einigem an Heißkleber und einem alten Kartoffelsack bestand. Ebenfalls konnte ich dort dem Schädel und auch der Hand einen gesunden silbernen Teint mit der Sprühflasche verpassen (habe zu Hause keinen Balkon).

Ein Jahr später folgten die Dreharbeiten. Da habe ich teilweise auch mit fotografiert – für mehr Material zum Schneiden. Im Film kam mein “Tod” wirklich sehr charakterstark rüber und fügte sich heimisch in die Geisterbahn ein.

Den fertigen Film “Im Bann des Dr. Fiese” von DonPlusUltra gibts auf Youtube. Nichts für schwache Nerven. 😉

Sven

Sven Wachsmuth wurde 1978 geboren, ist in Emleben bei Gotha aufgewachsen, wohnt seit 2003 in Erfurt. Er experimentiert seit Anfang der 1990er sowohl mit den kreativen Dingen, die man so mit einem Computer anstellen kann als auch mit traditionellen Techniken wie Schreiben, Zeichnen, Fotografie und Modellbau. Inspiration findet er in der Natur und der Geometrie. mehr erfahren

Schreibe einen Kommentar