Eine Lampe aus alten CDs

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Über die Jahre haben sich in meiner Wohnung eine ansehnliche Zahl CDs angesammelt, die nun mittlerweile veraltete Daten tragen: Handbücher, Beilagen, Werbung, Software. Da sie nur einmal beschrieben werden konnten, haben sie – eigentlich – den gleichen Status wie der Einkaufszettel von letzter Woche: Müll.

Müll ist aber nur eine Definitionssache. Die Daten sind nicht mehr verwendbar, aber diese “Silberscheiben”, bestehend aus Polycarbonat und Metall, haben Eigenschaften, die meine Phantasie und Inspiration anregen. Wie zum Beispiel diese CD-Lampe aus 24 Silberlingen.

Die Grundform ist der Dodekaeder, das ist der platonische Grundkörper aus 12 regelmäßigen Fünfecken. Jedes Fünfeck ist an seinen Kanten mit einem weiteren Fünfeck verbunden. Übertragen auf die CDs bedeutet das: Ich brauche 5 Löcher am Rand im Abstand von 360/5 = 72 Grad. Dafür entstand eine Bohrschablone aus einem dieser durchsichtigen “CDs”, die in den Spindeln obenauf liegen.

Je 2 CDs Rücken an Rücken wurden mit der Bohrschablone angerissen und mit dem Lötkolben gebohrt. Aufgrund der Hitze verbacken diese 2 CDs an den Löchern miteinander – wie beim Punktschweißen. Im nächsten Schritt erfolgt der Zusammenbau, wobei Drahtstücke von innen durch die Löcher geschoben, außen miteinander verzwirbelt und der “Zwirbel” dann mit der Zange nach innen gebracht werden. Aus Gründen der Statik entstanden so erstmal 2 Halbschalen mit 6 dieser Doppelpacks. Die Verbindungsstellen habe ich noch von innen mit Heißkleber verstärkt, durch das Draht kann der nicht wegrutschen und Heißkleber ist elastisch. Eine tolle Erfindung.

Als Lichtquelle verwendete ich hier eine 10-LED-Lichterkette mit Batteriepack aus dem Ein-Euro-Laden. Um sie zu befestigen, benutzte ich noch so eine transparente Deck-CD und verpasste ihr nach Anreißen der 10 Löcher ebendiese mit dem Lötkolben. Das geht bei 400 Grad wie Butter, macht keinen Krach aber riecht halt mehr oder weniger stark nach Plastik. Am besten auf dem Balkon, mit offenen Fenster und Ventilator oder Atemmaske machen.

Nachdem ich die LEDs angebracht habe, definierte ich eine der beiden Hälften als “oben” und bohrte dort noch ein Loch für die Schnur und zog diese durch und befestigte sie mit einem Klitsch Heißkleber. Danach erfolgte der Zusammenbau der beiden Hälften. Dabei wird wieder ein Draht von innen durch die Löcher in den CDs geschoben und außen verzwirbelt. Schwierigkeit: Das erfolgt durch die Lücken zwischen den CDs, meistens ohne direkte Sicht.

Alles in allem waren es rund 4 Stunden Arbeit. Wie gefällt sie Euch?

Sven

Sven Wachsmuth wurde 1978 geboren, ist in Emleben bei Gotha aufgewachsen, wohnt seit 2003 in Erfurt. Er experimentiert seit Anfang der 1990er sowohl mit den kreativen Dingen, die man so mit einem Computer anstellen kann als auch mit traditionellen Techniken wie Schreiben, Zeichnen, Fotografie und Modellbau. Inspiration findet er in der Natur und der Geometrie. mehr erfahren

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