Stille Nacht, heilige Nacht 2020

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All die Jahre – solange ich denken kann, war der Erfurter Weihnachtsmarkt der Touristenmagnet schlechthin. In diesem Jahr, wo die Menschen pandemiebedingt zu Hause bleiben müssen, ist der leuchtende Weihnachtsschmuck, ja auch der Domplatz, das einzige, das die einzelnen, abstandhaltend schlendernden Menschen erfreut. Ohne Rummel. Ohne Verkaufsstände. Ohne Drängelei. Viel Platz. Das Virus zwingt uns zum Innehalten, zum Bewusstwerden, was wirklich wichtig ist, und wir machen kollektiv die gleiche Erfahrung: Es geht auch mal ohne schneller, weiter, mehr und viel Gedränge. Muss.

Ein Jahr der Entbehrungen geht zu Ende und nährt die Hoffnung, dass 2021 alles besser wird. Dabei haben wir doch so ein Glück! Wir haben durch das heutige Internet belastbare Ausweichmöglichkeiten: Netflix statt Kino, Onlineshops statt Einkaufsbummel, Selbstkochen statt Restaurant. Familientreffen per Video über Jitsi, Zoom oder Skype. Stellen Sie sich vor, die Pandemie hätte in den 90ern stattgefunden. Videostreamen mit 28,8 kBit-Modem? Mehrere gleichzeitig? Megabytegroße Bilder schicken? Telefonieren bei 12 Pfennig/Minute? Das wäre doch noch viel unpraktischer gewesen, den Lieben trotz Lockdown nahe zu sein, nicht wahr?

In diesem Jahr zeigt sich Erfurt zu Weihnachten wahrlich still und
beschaulich, genau wie in vielen Volksliedern beschrieben. Die
Innenstadt leergefegt, man bewegt sich wie auf einer Eisenbahnplatte. Ich habe in den letzten Tagen abends – natürlich vor der Ausgangssperre – mit Stativ und Kamera “bewaffnet” ein paar Aufnahmen der (wirklich) Stillen Nacht in Erfurt gemacht. Ich glaube und hoffe dass es im nächsten Jahr wieder gewohnt turbulent und sowohl für den Einzelhandel als auch für Kulturschaffende und Gastronomie lukrativ wird. Der diesjährige Lockdown führt sicherlich dazu, dass wir den Alltag danach, wenn alles wieder “normal” wird, bewusster wahrnehmen. Hoffen wir das Beste fürs neue Jahr.

 

Stativ: Manfrotto 190XPROB mit Stativkopf Manfrotto 804RC2

Kamera: Sony Alpha 6300 mit Objektiv (16-50 mm, E-Mount, Blende F/3.5…F/5.6)

Werte: ISO 100, Blende F/11…F/13, Belichtung 11…15 Sekunden

Sven

Sven Wachsmuth wurde 1978 geboren, ist in Emleben bei Gotha aufgewachsen, wohnt seit 2003 in Erfurt. Er experimentiert seit Anfang der 1990er sowohl mit den kreativen Dingen, die man so mit einem Computer anstellen kann als auch mit traditionellen Techniken wie Schreiben, Zeichnen, Fotografie und Modellbau. Inspiration findet er in der Natur und der Geometrie. mehr erfahren

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