Weihnachtlicher Fischblick

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Beim Betrachten alter Aufnahmen kam ich auf die Idee, nach etwa 10 Jahren wieder mit dem Weitwinkel-Konverter zu fotografieren. Ich verband dies mit einem Spaziergang durch die pandemisch auf Abstand getrimmte, aber dennoch wunderschön weihnachtlich geschmückte Erfurter Innenstadt. Fischaugen-Fotos haben interessante perspektivische Eigenschaften: Nähe und Ferne werden verstärkt, Ecken werden spitzer, Tunnel werden tiefer. Da wird man ein wenig in das Bild reingezogen.

Einen Fischaugen-Konverter schraubt man vor ein Objektiv, was die Brennweite auf das 0,21-fache verkürzt und damit das Sichtfeld beträchtlich vergrößert. Ich wollte den gesamten Abbildungskreis auf dem Sensor bringen, so entschied ich mich für ein Zoom-Objektiv, um den Abstand des Konverters zum Sensor zu vergrößern. Braucht man das nicht, kann man den auch auf eine Festbrennweite schrauben.

Das Objektiv hat 18 mm, die Kamera einen Faktor 1,6 – macht also 28,8 mm. Durch den Konverter verkürzt sich das wieder auf rund 6 mm (0,21 x 28,8).

In diesem Jahr ist draußen zur Vorweihnachtszeit dank der Impffortschritte schon wieder weit mehr möglich als im letzten Jahr, doch es scheint auch jetzt noch ein weiter Weg zurück zu wirklicher Normalität für alle. Der allgegenwärtige Virus hält die Menschen im zweiten Jahr in Schach.

Ja es gab tatsächlich einen Weihnachtsmarkt in Erfurt: Der durfte nur als Geimpfte/r oder Genesene/r (2G) betreten werden. Dafür gab es Zäune, Securities und Prüf-Schleusen wie bei einem Konzert. Schon nach zwei Tagen wurde alles bis auf den Baum und die Krippe wieder abgebaut. Die schöne Weihnachtspyramide steht in diesem Jahr zum ersten Mal am Benediktsplatz. Da passt sie wunderbar hin, finde ich. Sie wirkt als stünde sie schon immer da.

Auch anders gegenüber dem Vorjahr ist, dass man sich als 2G-Angehörige/r wieder in Gaststätten begeben und ein Feierabendbierchen trinken kann. Das habe ich nach meinem Spaziergang gemacht. Im Speicher Erfurt habe ich mit meiner weitwinkligen Objektivkombi auch noch ein paar Aufnahmen gemacht. Die Gemütlichkeit hier lechtzt und wartet geduldig auf die vielfältige kulturelle Belebung, wie es sie einst gab. Hoffen wir auch für das nächste Jahr das Beste.

 

Sven

Sven Wachsmuth wurde 1978 geboren, ist in Emleben bei Gotha aufgewachsen, wohnt seit 2003 in Erfurt. Er experimentiert seit Anfang der 1990er sowohl mit den kreativen Dingen, die man so mit einem Computer anstellen kann als auch mit traditionellen Techniken wie Schreiben, Zeichnen, Fotografie und Modellbau. Inspiration findet er in der Natur und der Geometrie. mehr erfahren

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